Tulum – Mayaruine am karibischen Meer

Fast genauso bekannt wie Chichén Itzá ist die Ruinenstätte von Tulum. Kaum jemand hat von den alten Tempeln, hinter denen das türkisblaue Meer glitzert, noch nichts gehört und täglich wird Instagram mit immer neuen Selfies vor dem bekanntesten Gebäude, dem Castillo, überflutet. Doch was macht Tulum eigentlich zu so einem beliebten und bekannten Touristenziel?

Route Puerto Aventuras – Tulum, Fahrtzeit ca. 30 min

Ungefähr um 1200 wurde die alte Mayafestung von Tulum (auf mayathan bedeutet Tulu’um Festung) direkt am karibischen Meer erbaut und nimmt deswegen bis heute eine Sonderstellung ein, denn alle anderen Ruinenstätten befinden sich im Landesinneren, meist tief im Dschungel versteckt. Die Anlage ist im Vergleich zu anderen Mayastätten nicht allzu groß, doch durch die weithin fehlenden Bäume wirkt sie deutlich größer. Eine relativ gut erhaltene, zum Meer hin offene Mauer umringt die innere Stadt und wird durch zwei Wachtürme am jeweiligen Ende ergänzt.

Unten links: Der Eingang durch die Stadtmauer ist eher für Kinder als für Erwachsene geeignet.

Da das Wetter während unseres Aufenthaltes in Quintana Roo ziemlich unbeständig war, starteten wir unsere Ausflüge immer spontan nach einem Blick aus dem Fenster. So kam es, dass wir genau das machten, wovon ich allen immer abrate: Wir besuchten eine Mayastätte an einem Sonntag! Sonntags ist der Eintritt in fast alle Museen, Mayastätten usw. kostenlos für die Mexikaner, sodass zu den üblichen Touristenmassen auch noch die Einheimischen kommen, die dieses Angebot nutzen. Zwar sparten auch wir uns den Eintritt von 80 Pesos p.P. (ca. 3,50 €), aber den hätte ich gerne gezahlt, um diesen Besuchermassen zu entfliehen. Geöffnet hat die Stätte immer Montag bis Sonntag von 8-16.30 Uhr.

Tulum war unsere siebte Mayastätte, die wir auf Yucatán besichtigten. Obwohl ich jedes Mal aufs Neue darüber staunte wie exakt Gebäude anhand der Gestirne ausgerichtet und wie detailgetreu Fresken angefertigt wurden, so war doch dieser Wow-Effekt, den ich noch bei den ersten Ruinen hatte, weg. Die Kinder waren diesbezüglich sowieso nicht mehr zu beeindrucken, da die Stätten ihrer Meinung nach alle mehr oder weniger gleich aussahen. Waren sie bei den ersten Besuchen noch sehr interessiert und sogen alle Informationen fasziniert auf, liefen sie in Tulum relativ lustlos hinter uns her und ließen sich eher vom Anblick des Meeres als von alten Gebäuden begeistern. Wer will es ihnen verdenken?

Während wir Erwachsenen uns den Informationen rund um die verschiedenen Gebäude widmeten, nutzten die Kinder die Zeit und spielten im Sand „Drei gewinnt“.

Fazit: Muss man Tulum gesehen haben? Ich weiss es nicht. Die Anlage besticht vor allem durch ihre Lage (da sieht man wieder, dass nicht nur bei den heutigen Immobilien die Lage, Lage, Lage entscheidend ist 😜), bietet aber sonst wenig Neues, wenn man bereits viele andere Mayastätten besichtigt hat. Sollte dies nicht der Fall sein, ist Tulum eine tolle Ruinenstätte, die mit vielen Informationen zu Geschichte und Kultur aufwartet. Man sollte nur wie immer so früh wie möglich vor Ort sein. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass wir uns Tulum nicht haben entgehen lassen.

Hier gibt es als Übersicht und Entscheidungshilfe eine kurze Beschreibung aller besichtigten Mayastätten.

Unsere Yucatán-Rundreise im Überblick.

Auf Yucatán kommt man wilden Tieren, die zumeist an Menschen gewöhnt und sehr zutraulich sind, sehr nah.

Ein Kommentar zu “Tulum – Mayaruine am karibischen Meer

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