Cobá

Da das Wetter gut war und wir noch den ganzen Nachmittag Zeit hatten, fuhren wir direkt von den Ruinenstätten von Tulum nach Cobá.

Route Puerto Aventuras – Tulum – Cobá, Fahrtzeit ca. 1h15 min

Die kurze Fahrt ging über eine schnurgerade Straße, die an vielen Stellen von Hütten gesäumt wurde, die mexikanische Kleidung, Geschirr, Hängematten, Blumentöpfe, Traumfänger usw. verkaufen. Wer nach einem Mitbringsel sucht – sei es für sich selbst oder für Freunde und Familie -, wird hier definitiv fündig.

Einer der größeren Läden mit viel Auswahl an Keramik.

In Cobá angekommen, widmeten wir uns zunächst der Herausforderung die Anlage trockenen Fußes zu betreten. Der Hurrikan hatte auch hier seine Wassermassen hinterlassen, doch da Mexikaner bekanntlich kreativ sind, fanden sie schnell eine Lösung. Ob nun wegen der abgelegeneren Lage oder der geringeren Bekanntheit, aber in Cobá waren trotz des sonntäglichen kostenlosen Eintritts für Einheimische deutlich weniger Leute unterwegs als in Tulum, was uns natürlich nur recht war.

Im Gegensatz zu den anderen besichtigten Ruinenstätten ist Cobá eine längliche Anlage, deren Gebäudegruppen weit verstreut liegen. Dies liegt daran, dass Cobá zu seiner Blütezeit, ca. 200-600 n.Chr., immense Ausmaße von bis zu 70 km² annahm, wobei das Zentrum deutlich stärker besiedelt war als die Randbezirke. Zu der Zeit beherrschte Cobá viele Bereiche im Norden und Osten Yucatáns und hielt regen Kontakt zu anderen Mayastätten und Kulturen. Letzteres beweist in Cobá gefundene typische Architektur aus Teotihuacán, das in der Mitte Mexikos liegt. Ab 600 n.Chr. wurde Cobás Einfluss auf Yucatán immer geringer und als die Spanier in der Mitte des 16. Jahrhunderts eintrafen, war Cobá schon lange verlassen.

Vom heutigen Eingang der Anlage gelangten wir direkt zur grupo Cobá, der aktuell größten Gruppe auf dem Gelände. Dort befindet sich neben der großen Kirche La iglesia – wegen Corona kann diese zur Zeit nicht bestiegen werden – und mehreren kleinen Gebäuden mit unterschiedlichsten Zwecken auch der Sportplatz, der mit seinen schrägen Wänden wieder mal von anderen bisher besichtigten Ruinenstätten unterschied (In Chichén Itzá gab es ca. 5 m hohe senkrechte Wände und in Ek Balam eine Kombination aus flachschräger und niedriger senkrechter Wand.). Gerade am Sportplatz konnten wir immer sehr einfach beobachten, dass, obwohl es alles Mayas waren, jede Stätte seine Eigenheiten und Besonderheiten hatte. Gerade für unsere ungeübten laienhaften Augen waren diese Merkmale deutlich leichter zu erkennen als architektonische Details.

Oben rechts: Sportplatz
Unten links: La iglesia

Von dort aus gelangt man über verschiedene Wege zu den weiteren Gruppen der Anlage. Da die Wege recht lang sind, kann man sich wahlweise Fahrräder ausleihen oder sich ein Fahrradtaxi mieten. Aufgrund nicht vorhandener Fahrradhelme (da kommen die deutschen Sicherheitsbedenken zum Vorschein 😃) kam ersteres nicht infrage und wegen der Pandemie letzteres nicht, da ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden konnte, dass mir 20 cm hinter mir jemand in den Nacken haucht. Davon mal abgesehen sind die Fahrradtaxen auch nur für 2 Leute gemacht. Als 5-köpfige Familie passt man dort nicht rein.

Die Preise für die Fahrräder und Taxen sind wie so oft Verhandlungssache.

Um zur grupo Nohoch Mul zu gelangen, nahmen wir den Hauptweg und brauchten zu Fuß ca. 30 min. Da der Weg eben ist und zudem durch den Dschungel führt, war es trotz der Wärme ein verhältnismäßig angenehmer Spaziergang. Auf dem Weg kamen wir an grupo D vorbei, die vorrangig aus einem Tempel besteht, in dem sich noch Spuren von Malereien und Schriftzeichen befinden. Doch die Hauptattraktion ist die Pyramide Nohoch Mul, die mit 42 m die zweithöchste Yucatáns ist. Leider war auch bei dieser der Aufstieg wegen der Pandemie verboten, sodass wir nicht in den Genuss der phänomenalen Aussicht über den Dschungel kamen.

Oben links: Tempel; oben links: Pyramide Nohoch Mul
unten: Weg von einer Gruppe zur nächsten

Fazit: In Cobá gibt es deutlich weniger zu sehen als in vielen anderen Ruinenstätten, aber aufgrund der langen Wege sollte man trotzdem genug Zeit einplanen. Da diese Stätte weniger bekannt und abseits gelegener ist als viele andere, sind auch dort auch deutlich weniger Touristen unterwegs als anderswo, sodass die Besichtigung sehr entspannt war.

Hier gibt es als Übersicht und Entscheidungshilfe eine kurze Beschreibung aller besichtigten Mayastätten.

Unsere Yucatán-Rundreise im Überblick.

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