Tamasopo

Die ersten Tage unserer kleinen Rundreise verbrachten wir in dem Dörfchen Tamasopo, das gerade einmal ca. 4500 Einwohner zählt, aber aufgrund seiner guten Lage häufig von überwiegend einheimischen Touristen frequentiert wird. Auch wir nutzten das Dorf als Ausgangspunkt für Tagesausflüge zu (un-)bekannten Wasserfällen und Badestellen.

Route San Luis Potosí – Tamasopo, Fahrtzeit ca. 3 h

Bereits am Eingang des Dorfes wurden wir wie so oft von Einheimischen mit großen „Ich bin Guide“-Schildern empfangen, wobei die Schilder der beiden jungen Männer für den Rest des Urlaubs bei uns für Lachflashs sorgten. Was der zweite Guide wohl macht, wenn der erste krank ist?! Zum sprachlichen Verständnis:
Soy guía. – Ich bin Guide.
Yo también. – Ich auch

Wozu man hier einen Guide braucht, ist uns schleierhaft, denn die Wege zu den Wasserfällen sind nicht zu verfehlen.

Das Zentrum des Dorfes ist aufgrund seiner Größe fußläufig schnell erkundet: Vielerorts geht es mexikanisch trubelig und laut zu, die Häuser sind oft bunt und teils schäbig und ansonsten gibt es von Schule über Hotels und Restaurants bis hin zu einer kleinen Fußgängerzone alles, was man für den (Urlaubs-)Alltag so braucht.

Oben links: Für den Baumbeschnitt reicht anstelle einer Leiter auch das Gitter des Pickups.
Oben rechts: Fußgängerzone.
Unten links: Stadtbuchstaben auf dem zentralen Platz.
Unten rechts: Typisch mexikanische Schule mit außenliegenden Zugängen zu den einzelnen Klassenräumen.

Von Tamasopo aus fuhren wir die allseits bekannten Wasserfälle Cascadas de Tamasopo, Puente de dios und Cascadas de Tamul an. Viele weitere liegen weiter nördlich, tief in der hügeligen und leicht dschungeligen Natur der Huasteca Potosina und waren somit für uns wegen der Kleinen und ihres schwachen Magens nicht erreichbar. Außerdem erkundeten wir noch die versteckten Badestellen Paraíso Escondido in Tambaca und Paraje Los Otates, die jeweils nur über holprige Feldwege zu erreichen sind. Aufgrund ihrer idyllischen Lage und da sich kaum bis wenig andere Besucher dorthin verirren, lohnt sich der Weg aber definitiv!

Die Landschaft ist in dieser Region insgesamt sehr grün und ab April ist es dort normalerweise schwülheiß. Da es während unseres Aufenthalts viel regnete, lag die Durchschnittstemperatur bei „nur noch“ 30°C und die Luftfeuchtigkeit war nicht allzu hoch. Wenn wir während unserer Ausflüge nicht gerade durch grüne bewaldete Gebiete fuhren, sahen wir Zuckerrohrfelder soweit das Auge reichte. Passend dazu fuhren wir auch an einer Fabrik vorbei, aus der die schwarzen Rauchwolken nur so herausquollen. Da fällt einem dann wieder die Diskrepanz zwischen den deutschen gesetzlichen Ansprüchen an die Industrie und der mexikanischen Realität auf.

Interessant war auch das Beobachten der Ernte der Zuckerrohrfelder, die dort größtenteils per Hand erledigt wurde. Bevor die vielen Erntehelfer ans Werk gehen konnten, wurden die Felder am Vortag abgebrannt. Auch hier sieht man wieder, dass Mexiko bezüglich Umweltbelastungen noch rückschrittlich unterwegs ist, denn die Feinstaubbelastung der umliegenden Region ist aufgrund der umherwirbelnden Brandasche enorm hoch. Nachdem das Feuer Unkraut, verwelkte Blätter und Mücken verbrannt hatte, ernteten die Bauern am nächsten Tag ihr Zuckerrohrfeld und brachten ihre Ernte mithilfe großer LKWs zu der Fabrik in Tambaca.

Vom Abbrennen bis zum Aufstapeln des Zuckerrohrs.
Unten rechts: Alle 3 Zustände des Zuckerrohrfeldes nebeneinander.
Mitte: Mexikanischer Friedhof mit abbrennendem Feld direkt dahinter.
Oben links: Solch schwerbeladene LKWs sind in der Gegend keine Seltenheit, sondern Normalität.
Oben rechts: 20 junge Erntehelfer sind auf dem Weg zum Feld.
Unten links: Auch bei der Zuckerrohrernte findet die Machete ihren Einsatz.
Unten rechts: Zuckerrohrfabrik in Tambaca.

Übernachtung

Übernachtet haben wir im Hotel Don Diego in einer „Suite“, die aus zwei Doppelbetten, einem Schlafsofa und einem kleinen Balkon bestand. Der Standard war zwar wie oft relativ einfach, aber dafür war das Zimmer und Bad sauber und erst kürzlich renoviert worden.

Hotel Don Diego

Zwei Wehrmutstropfen gab es jedoch: Im Hotel gab es kein Frühstück (das wussten wir allerdings vorher) und vor dem Hotel stand ein Tacoimbiss, der es sich offensichtlich zur Aufgabe gemacht hatte, von morgens um 6.30 Uhr bis spät in die Nacht das ganze Dörfchen in voller Lautstärke mit Musik zu unterhalten. Wir versuchten es mit Humor zu nehmen und beobachteten das authentisch mexikanische Leben trotz Schlafmangel überwiegend mit Freude.

Sehr mexikanischer Ausblick von unserem Balkon aus

Restaurant

Die Auswahl an kulinarischen Köstlichkeiten ist in Tamasopo nicht zuletzt dank der überschaubaren Anzahl an Restaurants äußerst gering. Neben dem Supermarkt haben wir natürlich auch einigen Lokalen einen Besuch abgestattet und waren mal mehr, mal weniger vom Essen angetan.

Das (Hotel-) Restaurant La Isla liegt relativ zentral und bietet typisch mexikanische Küche an. Wir fanden das Essen ok, aber weder überragend noch besonders empfehlenswert.

Restaurant La Isla

Auf die Cafetería Kápel trifft der Spruch „Klein, aber fein“ hervorragend zu, denn der unaufmerksame Spaziergänger läuft einfach an dem schmalen Café vorbei. Die Speisekarte ist überschaubar, aber neben heißer Schokolade und allerlei Süßkram wie Waffeln oder Crepes, gibt es auch kleine Snacks wie frittierte Kartoffelecken. Uns hat das Café so gut gefallen, dass wir ihm gleich zweimal einen Besuch abgestattet haben.

Cafetería Kápel

Zum Frühstück gingen wir in das Restaurant Barzam / Hoja santa, wo wir mal wieder eine ganz neue Variation des typischen Frühstücksgerichts Chilaquiles probierten. Dieses Mal wurden die Tortilla Chips mit Mais, Spinat, Zwiebeln und Huhn (und natürlich der obligatorischen Bohnenpaste) kredenzt. Interessante Kombination, aber sehr lecker! Die Gorditas genehmigten wir uns an den Cascadas (= Wasserfälle) de Tamasopo und sind ebenfalls empfehlenswert.

Restaurant Barzam / Hoja santa

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