Der erste Tag unserer Rundreise war vor allem ein Fahrtag, der uns in das 830 km entfernte Baltimore führen sollte. Um die Strecke für alle etwas entspannter zu gestalten und weil meine Mama schon länger nicht mehr dort war, planten wir einen Zwischenstopp in Washington D.C. ein.
Obwohl wir früh am Morgen losfuhren, kamen wir erst am späten Nachmittag in Washington an. Das lag am vor allem am Regen, der teilweise so stark war, dass wir nur noch über den Highway schleichen konnten. Davon war dann am Zielort nichts mehr zu sehen. Ganz im Gegenteil: Mit über 35 °C war es unangenehm heiß und wir waren froh, dass wir keine lange fußläufige Stadttour geplant hatten. Stattdessen entschieden wir uns für einen Klassiker:
The Mall
Aufgrund des nahenden 4. Julis – der am meisten gefeierte Feiertag in den USA – waren viele Straßen rund um The Mall und das weiße Haus gesperrt, sodass ein bisschen Verkehrschaos herrschte. Nach ein bisschen Suchen fanden wir trotzdem einen Parkplatz in einer der Nebenstraßen und machten uns auf den Weg zum Lincoln Memorial.
Auch dort liefen bereits Vorbereitungen für die bevorstehenden Feierlichkeiten, sodass einige Pfade gesperrt waren. Für uns war es sogar gut, denn so erkundeten wir neue Strecken anstatt schnurgerade Richtung Obelisk zu laufen.

Da die Hitze den Hunden und uns doch ganz schön zu schaffen machte, ließen wir uns nach 1,5 h völlig erschöpft ins Auto sinken und fuhren nach Chinatown. Dort fiel uns wieder auf, dass wir Washingtons Chinatown nicht so sehr mögen wie in anderen Städten. Es ist deutlich kleiner, dreckiger, weniger „chinatownig“ und hat weniger Auswahl als anderswo. Zum Abendessen gingen wir wieder ins gleiche Restaurant wie zwei Jahre zuvor und durften auch die Hunde mit rein nehmen (Chinatown Garden).

Danach ging es noch etwa 45 Minuten in Richtung Baltimore über den historischen Baltimore–Washington Parkway – eine besondere Strecke, die ursprünglich als landschaftlich gestaltete Verbindung zwischen Washington D.C. und Baltimore geplant wurde und heute teilweise noch vom National Park Service betreut wird.
Das merkt man auch sofort beim Fahren: Die Straße wirkt stellenweise fast „altmodisch“ mit ihren Brücken, niedrigen Naturstein-Elementen und dem eher zurückhaltenden Ausbau im Vergleich zu typischen Highways. Besonders auffällig sind die Verkehrsschilder – statt der sonst üblichen grünen Autobahnschilder tauchen hier teilweise braune Schilder auf. Das liegt daran, dass der Parkway offiziell als Teil des National-Park-Systems gilt; für Park- und Erholungsgebiete werden in den USA standardmäßig braune Schilder verwendet, während klassische Highways grün sind.

Im Folgenden findet ihr die Beiträge über unseren vorherigen Washingtonbesuch mit Kindern und welche Aktivitäten bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen gut machbar sind:
Ein Kommentar zu “Ein kurzer Stop in Washington D.C.”