Día de Muertos

Anfang November findet alljährlich einer der wichtigsten Feiertage Mexikos statt: der día de (los) muertos. An diesen Tagen, dem 1. und 2. November, wird traditionell der Toten gedacht, allerdings nicht nur im kleinen privaten Kreis, sondern auch in großen (Stadt-)Festen.

In allen Städten und Dörfern Mexikos werden bereits Tage vorher Vorbereitungen getroffen und Altare aufgebaut. Dies geschieht sowohl auf öffentlichen Plätzen wie dem zócalo, in Rathäusern, Museen und Schulen, aber auch in den Privathäusern. Dabei geht es darum, dass die Mexikaner (privat) verstorbenen Verwandten und Freunden oder (öffentlich) berühmten Persönlichkeiten oder Wohltätern der Stadt gedenken. Während unserer ersten Reise nach Mexiko hatten wir das Glück, den Tag der Toten in Mexiko City mitzuerleben, denn die Gestaltung und Ausführung der Festtage unterscheidet sich je nach Größe, Wohlstand und teilweise unterschiedlicher Traditionen der jeweiligen Stadt.

Für den Altaraufbau gibt es im Allgemeinen gewisse Regeln, wie und mit welchen Materialien und Zubehör man ihn aufzubauen hat, wobei die Leute im privaten Bereich je nach Geldbeutel auch variieren. In Privathaushalten wird der Altar meist eine Woche vor dem día de muertos auf einem kleinen Tisch mit einem Foto des Verstorbenen und vielen bunten „Dekorationen“ angerichtet. Für die Dekoration werden nur bestimmte Blumen wie die flor de Cempasúchil (das Symbol des día de los muertos) genommen, das bunte, typisch mexikanische Scherenschnittpapier, Orangen, Salz, das Lieblingsgetränk des Verstorbenen und / oder Wasser und Speisen, entweder das nur zu dieser Zeit verkaufte pan de muerto und / oder das Lieblingsessen des Verstorbenen.

Auf dieser Übersicht wird erklärt, warum welche Bestandteile für den Altar verwendet werden.

Sinn und Zweck der Altare ist nicht nur, dass den Verstorbenen gedacht wird, sondern auch, dass nach altmexikanischem Glauben die Verstorbenen einmal jährlich zum Ende der Erntezeit hin aus dem Jenseits zu ihrer Familie zurückkehren und feiern können. Die Speisen und Getränke auf dem Altar werden ihnen auf diesem Weg zur Verfügung gestellt. In dem Film Coco von Disney wird dieser Brauch sehr schön und realistisch dargestellt. Wer ihn noch nicht kennt, sollte ihn unbedingt schauen und auch für Erwachsene ist er sowohl lehrreich als auch lustig 🙂

Im letzten Jahr bin ich mit einer mexikanischen Freundin losgezogen, um alle Bestandteile für ihren Altar zu besorgen. Hierfür waren wir auf einem Markt, der speziell für den día de los muertos aufgebaut worden war. Dort gab es viele zuckrige Essensgaben, wie z.B. kleine Totenköpfe aus Marzipan oder Schokolade, die calaveras, und das pan de muertos; Schminke, um sich wie eine Catrina schminken zu können, die Scherenschnitte und und und.

Markt für den día de los muertos

Dort erzählte sie mir auch, dass sich die meisten Mexikaner die typische Blume flor de Cempasúchil nicht kaufen können, da sie schlicht zu teuer ist. Deswegen sieht man sie meist nur auf den öffentlichen Altaren.

Auch in der Schule spielt dieser Feiertag eine große Rolle. Bereits im Kindergarten wird wochenlag vorher über den Tag geredet und Catrina-Masken gebastelt, während in den höheren Klassenstufen im Kunstunterricht kleine Altare angefertigt und im Spanischunterricht Aufsätze zu dem Thema geschrieben werden.

Vor den Altaren in den öffentlichen Gebäuden gibt es oftmals „Teppiche“ aus Blumen und Blüten, die zum jeweiligen Altar passen.

Die Feiertage sind jedoch alles andere als traurig und still, sondern vielmehr ein großes, buntes und fröhliches Fest. Der Glaube, dass an diesem Tag die Lebenden und Verstorbenen wieder vereint sind und sie gemeinsam feiern, lässt die Leute an die schönen Momente mit den Toten gedenken und schafft eine zwar teils wehmütige, aber überwiegend fröhliche Stimmung. Obwohl ich nicht gläubig bin, gefällt mir der Grundgedanke dahinter, denn letztendlich wird sich durch das Fest auf das Positive und Schöne konzentriert, was vor allem in der Trauer etwas überaus Tröstliches haben kann.

Die Catrina ist übrigens eine Figur, die symbolisch für den día de los muertos steht und in diesem Zeitraum besonders oft zu sehen ist, doch gibt es sie ganzjährig in ganz Mexiko zu sehen. Mal als (über-)lebensgroße Figur, mal als kleine Dekorationsfiguren aus Pappe, Ton oder Keramik. Am día de muertos schminken sich viele Mexikaner(innen) im Gesicht wie eine Catrina.

La Catrina – ein Symbol für den día de los muertos

2 Kommentare zu „Día de Muertos

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