Spring Break

So schnell wie sie kamen, so schnell waren sie auch schon wieder vorbei: Anfang März hatten wir eine Woche Frühlingsferien, auch Spring Break genannt. Da unsere Osterferien nur aus 2 Feiertagen bestehen werden, sind es somit auch die einzigen Ferien, die die Kinder zwischen Weihnachts- und Sommerferien haben. Ursprünglich hatten wir vor für ein paar Tage in die Smoky Mountains zu fahren, um dort wandern zu gehen, aber mein kleines Treppenabenteuer machte uns leider einen Strich durch Rechnung. Somit blieben wir zuhause und unternahmen nur ein paar Tagesausflüge in die nähere Umgebung.

Da uns der Wetterbericht insbesondere für die ersten Tage Sonne pur bei ca. 25°C versprach, nutzten wir diese Zeit für Outdooraktivitäten. Der kilometerlangen Schlange an unserer Lieblingseisdiele nach zu urteilen, hatten auch andere die Idee, doch die Ansteherei trübte unsere Vorfreude aufs Eis nicht. D.h., die Ansteherei meiner Familie. Denn während sie sich 20 min die Beine in den Bauch standen, hatte ich dank meines Fußes die ehrenvolle Aufgabe uns einen Sitzplatz auf einer der vielen Hollywoodschaukel zu sichern. Abgerundet wurde das eiskalte Vergnügen mit einem Ausflug zu einem nahe gelegenen Hundepark, die es in den USA gibt wie Sand am Meer. So kamen auch die Hunde seit langem mal wieder auf ihre Kosten.

Hier gibt es das beste Softeis der Welt!

Auch das Picknick, das ich den Kindern schon vor langer Zeit für „wenn es mal warm und schönes Wetter ist“ versprochen hatte, konnten wir endlich machen. Den Weg zu der großen sich in unserer Community befindlichen Wiese nutzten wir gleich als Probe, ob ich in den Bollerwagen passe. Die Kleine hatte sich nämlich einen Ausflug in den Zoo gewünscht und erfahrungsgemäß muss man dort viel laufen, was ich zu dem Zeitpunkt einfach nicht konnte. Sowohl die Probefahrt als auch das Picknick waren ein voller Erfolg und auch die Hunde, die sich im Wasser und beim Ball spielen vergnügten (na, welcher Hund war wohl im Wasser und welcher spielte Ball? 😉), waren begeistert.

Mit Luna kann man super den Ball hin und her werfen, da sie ihn mit ihrer Schnauze zurück stupst. Nur manchmal ist sie zu stürmisch und versucht dann den Wurf zu retten, indem sie wild in der Luft umherspringt. Nach einer Stunde Sport kuschelte sie sich an den Bollerwagen und schlief selig.
Oben rechts: Mit Laila sah das Ball spielen so aus, dass mein Mann den Ball warf, sie zuschaute, wie der Ball runterfiel und einfach sitzen blieb. Da war baden und am Stock knabbern deutlich spannender.

Am letzten Sonnentag fuhren wir nach Columbia in den Zoo. Inzwischen hatten wir von mehreren Freunden und Bekannten gehört, dass dieser deutlich besser als der Zoo in Greenville sein soll, weswegen wir die 1,5 h Fahrt gerne in Kauf nahmen. Dort angekommen erwarben wir gleich eine Jahreskarte, weil die Differenz dieser zu einem einmaligen Besuch verschwindend gering war. Immerhin kommt man so auch kostenfrei in den angrenzenden botanischen Garten.

Dafür, dass der Zoo so gelobt wurde, war er allerdings etwas enttäuschend. Ich kann Zoos zwar eh nicht viel abgewinnen, aber wir haben schon deutlich schönere Zoos mit liebevolleren Anlagen gesehen, z.B. in Leipzig oder Guadalajara. Vielleicht lag meine Enttäuschung aber auch an meiner Aussicht vom Bollerwagen aus.

Meine Aussicht auf die Tiere im Gehege. Kein Wunder, dass Kinder im Kinderwagen rumquengeln, weil sie nichts sehen können…

Das Konzept ist dort auch nicht nur auf Tiere schauen ausgelegt, sondern auf Freizeitaktivitäten, die nur bedingt etwas mit Zoo zu tun haben. Die im Preis inkludierte Seelöwenshow ergibt für mich ebenso viel Sinn wie der Streichelzoo, den man extra bezahlen musste. Doch was hat ein Hochseilgarten, eine Kletterwand usw. im Zoo zu suchen? Hinzu kommt, dass man für alle Aktivitäten, die sich nicht auf Gucken beschränken, im Schnitt 5 $ p.P. zahlen muss, was sich bei einer 5-köpfigen Familie schnell läppern kann. Spätestens in den Sommerferien werden wir dem Zoo trotzdem noch mal einen Besuch abstatten, da die Kinder den Zoo durchaus schön fanden.

Bären gehören eindeutig zu meinen Lieblingstieren!

Die restlichen Ferien, die ziemlich trüb, kalt (also weniger als 20 °C 😅), windig und nass waren, verbrachten wir größtenteils als Sofa-Decke-Tee-Lese-Kuschel-Tage. Die Kinder lasen so viel wie schon lange nicht mehr und wurden von uns fast nur zu den Mahlzeiten gesehen. Es sei ihnen gegönnt!

Die durchgelesenen Bücher des Mittleren (links) und der Kleinen (rechts).

Ganz außer Acht ließen wir die Schule allerdings nicht. Ab und zu gab es ein paar 1×1-Aufgaben, die Kleine musste ihre deutschen Lernwörter üben (Wörter, deren Rechtschreibung nur bedingt oder gar keinen Regel folgen und deshalb auswendig gelernt werden müssen) und ich ließ sowohl die Kleine als auch den Mittleren Plakate zu bestimmten Themen erstellen. Das machen wir seit einiger Zeit immer mal wieder zur Übung, denn ähnlich wie auch in Mexiko finde ich die Plakat- und Präsentationserstellung hier nicht gut. Einerseits helfen extrem oft die Eltern – sowohl beim Inhalt als auch beim Design -, aber andererseits stehen die Informationen oft als Fließtext und nicht als Stichpunkte da. Freies Reden beim Präsentieren ist den Kindern ebenfalls ein Fremdwort.

Da es mir aber wichtig ist, dass unsere Kinder das ordentlich lernen und können, machen wir das nun hin und wieder zuhause. Ich gebe den Kindern ein Thema vor, was ich entweder für spannend erachte oder weiss, dass meine Kinder es interessant finden, und lasse sie dann ein Plakat erstellen. Inzwischen konnte ich bei der Gestaltung und Anordnung der Texte deutliche Fortschritte erkennen, doch bei der Informationsfülle und der Formulierung in Stichpunkten hapert es noch.

Zur Veranschaulichung des Themas „Bäume“ baute die Kleine ein paar Baumarten aus Lego.

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