Man mag es kaum glauben: Auch wenn die Häufigkeit meiner Blogeinträge vielleicht anderes vermuten lässt, so bin ich tatsächlich noch am Leben 🙂 Jetzt würde ich gerne schreiben, dass ich mich nun wieder öfter melde, aber versprechen kann ich es nicht, also lasse ich es lieber. Immerhin, am Willen scheitert es nicht – eher am ganz normalen Alltag!
In dem knappen Jahr, in dem ich nicht geschrieben habe, ist tatsächlich einiges passiert. Die größte Veränderung bei mir ist, dass ich Ende letzten Jahres schweren Herzens aufgehört habe zu arbeiten. Im letzten Alltagsallerlei schrieb ich, dass ich Gürtelrose hatte und mir das Arbeiten deswegen alles andere als leicht fiel. Tja, nach vielen Monaten Schmerzen und keiner Besserung entpuppte sich die Gürtelrose im MRT als Bandscheibenriss. Somit gehe ich seit November regelmäßig zur Physiotherapie und langsam ist Besserung in Sicht – nach knapp einem Jahr! Längere Zeit zu sitzen ist immer noch schmerzhaft, weite Strecken laufen auch (immerhin hab ich mich zuletzt auf 1 km gesteigert, yippie!) und den Haushalt bzw. Freizeitaktivitäten kann ich auch immer nur stückweise mit Pausen machen. Aber es wird stetig besser – und dass ich nicht mehr ins Büro muss, ist natürlich eine große Entlastung, auch wenn der Abschied von meinen Kollegen schwer fiel.
Da fast jede Situation bekanntlich nicht nur Nach-, sondern auch Vorteile hat: Ich habe nun endlich wieder mehr Zeit für meine Freunde und genieße in Ansätzen das klischeehafte Expatwifelife (zumindest lese ich davon immer wieder im Internet…). Morgens Käffchen trinken oder Spiele spielen – hier liegt gerade Mahjong ganz hoch im Kurs -, mittags zum Sportclub und abends im Restaurant speisen oder anderen Freizeitaktivitäten wie Axt werfen oder Line Dance fröhnen. Auch ganz nett 🙂

Ansonsten ist bei uns alles so ziemlich beim Alten geblieben. Die Kleine ist erfreulicherweise komplett von ihrer Gehirnerschütterung genesen und geht nun wieder viermal die Woche zum Ballett. Dass sie das im letzten Jahr nicht konnte, war für sie tatsächlich der größte Wermutstropfen. Der Mittlere ist seit diesem Jahr auf der Upper School (=High School) und hat sich dort gut eingelebt. Seit dem Sommer kann ich leider auch nicht mehr behaupten, dass ich größer bin als er. Nun ist mir auch das zweite Kind über den Kopf gewachsen – wenn auch nur größentechnisch! Der Große ist immer noch fröhlich am Studieren, findet seinen Studiengang nach wie vor klasse und genießt sein Studentenleben.
Über Weihnachten waren wir zum ersten Mal seit 7 Jahren wieder zur Winterzeit in Deutschland. Wieder über einen Weihnachtsmarkt zu schlendern war ein tolles Gefühl und es wurde fleißig geschlemmt: Von Bratwurst über Mandeln und Schmalzkuchen bis hin zu Apfelpunsch war alles dabei. Natürlich durften auch die Lebkuchenherzen nicht fehlen, die die Kinder sich gegenseitig aussuchten.

Da sich Familienzuwachs ankündigte, reiste meine Familie aus drei verschiedenen Ländern an und wir feierten Weihnachten dieses Jahr bei meinem Bruder auf Malta. Meine neue kleine Nichte machte es ziemlich spannend und ließ sich bis kurz vor unserem Abflug Zeit, doch schließlich durften wir sie alle noch am letzten Tag kennenlernen. Es war soooo schön, mal wieder so eine kleine 6 Stunden alte Püppi im Arm zu halten! Seitdem schwärmen die Kinder natürlich von ihrer kleinsten Cousine und bedauern es sehr, dass wir so weit weg wohnen. Dafür haben wir die gemeinsame Zeit dort sehr genossen und es war seit vielen Jahren das erste Mal, dass meine drei Geschwister und ich zeitgleich zusammen waren. Das ist gar nicht so einfach, wenn alle so verstreut wohnen…
Umso schöner war es, dass wir uns gemeinsam ein Airbnb Haus mieteten und wir viel Zeit miteinander verbringen konnten. Es wurde gespielt, gespielt, gespielt (meine Brüder ärgerten sich regelmäßig, dass mein Großer sie in Mario Kart besiegte. Jetzt wissen sie endlich, wie ich mich all die Jahre mit ihnen gefühlt habe 😅), spazieren gegangen, sich unterhalten und all das nachgeholt, was durch die Entfernung die letzten Monate verpasst wurde. Nur der Weihnachtsbaum sah etwas verloren unter der Geschenkeflut aus, denn bei 16 Leuten kommt natürlich einiges zusammen. Und auch bei den Mahlzeiten wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt: Es wurde viel gekocht, noch mehr gegessen und gefühlt stand ständig irgendetwas auf dem Tisch. Irgendwer hatte immer Hunger – oder zumindest Lust auf einen kleinen Snack zwischendurch.

Oben rechts: Die Heizung unseres Airbnb Hauses funktionierte nur, wenn man sie fleißig mit 2 € Münzen fütterte.
Unsere Kleine hat das Wiedersehen mit ihrer Cousine zum Anlass genommen, Französisch zu lernen. Meine Nichte (3) versteht zwar Deutsch und kann auch einige Wörter sagen, aber ihre Hauptsprache ist zur Zeit noch Französisch. Während sie also alles verstanden hat, was meine Kleine zu ihr gesagt hat, war das andersherum leider nicht der Fall. Bei jedem „Où sont mes crayons?“, „Assieds-toi“ usw. wurde ich fragend angeguckt, weswegen die Kleine nun begeisterter Nutzer von Duolingo ist. Beim letzten Telefonat mit ihrer Cousine hat sie dann tatsächlich auch schon mehr verstanden 🙂
Da ich bewegungstechnisch ziemlich eingeschränkt war, begnügte ich mich auf Malta größtenteils damit, mit dem Auto spazieren zu fahren. Fand ich mehr als doof, denn eigentlich wollte ich mit meinem Mann kleine Wanderungen über die Insel unternehmen, nun, da die Kinder größer und unabhängiger sind. Naja, beim nächsten Mal vielleicht.

Auch zuhause bremse ich meine Familie leider ziemlich aus. Früher sind wir regelmäßig in State Parks wandern gegangen oder haben Tagesausflüge in die Umgebung gemacht. Das fiel im letzten Jahr fast komplett aus und so ein Klotz am Bein zu sein, nervt mich schon ziemlich. Ich hoffe wirklich, dass es jetzt nicht mehr allzu lange dauert bis ich mich wieder längere Zeit ohne Schmerzen bewegen kann. Zumindest habe ich unseren Sommerurlaub in der Seattle Region durchaus mit kleinen Wanderungen geplant und freue mich schon riesig darauf!
Und nun lasse ich euch noch schöne Grüße aus dem sommerlichen Greenville da und nehme mir fest vor, bis zum nächsten Beitrag nicht ein Jahr verstreichen zu lassen. Macht’s gut!
P.S. Wie ihr im Titelbild seht, hatten wir dieses Jahr sogar wieder richtig Schnee. Kinder und Hunde hat’s gefreut, zumal tagelang die Schule ausfiel. Zur Vorbereitung auf den Wintersturm wurden auch fleißig die Supermärkte leer gekauft, Wasser in Badewannen gebunkert und sämtliche Elektrogeräte aufgeladen. Denn ein Wintersturm heißt hier auch gerne mal, dass alle Netze zusammenbrechen und die Folgen von Hurrikan Helene war bei allen noch zu präsent.

Unten rechts: Vorbereitungen auf den Wintersturm, sowohl zuhause als auch im Supermarkt.