Wem Myrtle Beach Downtown zu wuselig ist und die Natur bevorzugt, ist südlich der Stadt genau richtig. Dort liegen nicht weit entfernt die beiden state parks Myrtle Beach und Huntington Beach. Da wir uns bei unserer Ankunft in den USA vorgenommen hatten, allen state parks in South Carolina einen Besuch abzustatten (und es vermutlich nicht schaffen werden), standen auch diese beiden Parks natürlich auf unserer To-Do-Liste.
Huntington Beach State Park
Auf halbem Weg zwischen Georgetown und Myrtle Beach liegt der „Kroko-Park“. Natürlich heißt er nicht wirklich so, sondern wurde nur von uns so genannt, weil – wer hätte es gedacht – er vielen Krokodilen ein Zuhause bietet.
Bereits kurz nach der Einfahrt begrüßten uns Gewässer, deren Oberfläche von Krokorücken nur so wimmelten und an deren Rand ein Wanderweg mit erstaunlich vielen Leuten zu finden war. „Mutig!“, dachte ich noch, nicht wissend, dass wir uns später ebenfalls dazu gesellen würden.
Doch zunächst folgten wir den Schildern zum Hauptparkplatz, besorgten uns im Besucherzentrum unseren obligatorischen Stempel (ja, wir haben nicht nur ein National Parks Heft, sondern auch ein State Park Heft von South Carolina) und blieben auf dem Weg zum Wanderweg an einem Cornholespiel hängen. Natürlich gewann das Mädchenteam (mein Mann und der Mittlere würden das wohl dementieren) und so konnten wir uns mit halbstündiger Verzögerung doch noch Richtung Krokodile bewegen.

Oben rechts: Die Auswahl an Wanderwegen ist sehr übersichtlich
Unten: Allseits beliebtes Cornhole Spiel
Der Park wartet nicht gerade mit einer großen Auswahl an Wanderwegen auf, doch die meisten Besucher kommen sowieso wegen der Krokodile oder des Strandes. Wir nahmen den Kerrigan Nature Trail, der uns zu einem abgelegenen Steg mit Pavillon führte und zum Picknicken, Verweilen und Tiere beobachten einlud.

Auf dem Weg zum Auto hielten wir noch beim Atalaya Castle an. Die Besichtigung ist im jährlichen State Park Pass für 4 Leute mit inbegriffen und so scheuchten wir die Kinder zu deren Leidwesen noch dort durch. Das steinerne Gebäude, das sich zwar Schloss schimpft, aber eher eine Villa ist, wurde in den 1930ern von dem Namensgeber des Parkes im mediterranen Stil erbaut und gibt einen interessanten Einblick in die Architektur der damaligen Zeit.

Richtung Ausgang legten wir noch einen kurzen Stopp beim Causeway, der Einfahrtsstraße, ein und gesellten uns zu den anderen Leuten, die direkt am See entlang spazierten. Von dort konnte man von Nahem Krokodile beobachten, die sich am Seeufer ausruhten. Dank ihrer geringen Größe hielt sich auch meine Angst in Grenzen. Außerdem hatten wir Glück und konnten von einem Steg aus zum ersten Mal Babykrokodile sehen. Sie hatten sich gut im Schilf versteckt und sahen tatsächlich recht putzig aus, obwohl ich ja sonst kein Riesenfan von ihnen bin.

Unten: Der Weg entlang am See, von dem man ungeschützt aus 2 m Entfernung Krokodile beobachten kann. Obwohl sie klein und überraschend niedlich waren, wäre ich freiwillig niemals ins Kayak gestiegen.
Georgetown
Ein gutes Stündchen von Myrtle Beach entfernt liegt Georgetown, ein idyllisches, in einer Bucht gelegenes, Fischerstädtchen. Als drittälteste Stadt South Carolinas weist sie ähnlich wie Charleston ihren ganz eigenen Südstaatencharme auf und ist dank ihrer nur 9000 Einwohnern sehr beschaulich. Im historischen Distrikt lädt der übersichtliche Harbourwalk zum Flanieren ein, kleine Restaurants und Shops bieten genug Verschnaufpausen und in dem gesamten Ort herrscht himmlische Ruhe. Vermutlich wurde das noch verstärkt durch die Tatsache, dass wir sonntags dort waren, aber es war auf jeden Fall herrlich.

Unten links: Eine Hausfassade war täuschend echt mit einer ganzen Häuserzeile bemalt.
Wir verbrachten die Stunden mit dem fußläufigen Erkunden des Hafenbereichs, …

fielen von Restaurant zu Eisdiele …

Eine der wenigen Eisdielen, die Sonntagmittag geöffnet war: Old Georgetown Creamery
und ließen die Seele baumeln. Vielleicht würde es nach einer Woche langweilig werden, denn viel los ist in Georgetown nicht, aber einen Wellnessurlaub für einige Tage kann ich mir dort sehr gut vorstellen. Auch die Shoppingwütigen unter uns kommen dort auf ihre Kosten, da es erstaunlich viele (und hochpreisige) Läden gibt.

P.S.
Wer im Oktober vor Ort ist, kommt sogar in den Genuss eines (mehr oder weniger) echten deutschen Oktoberfestmenus mit allerlei Köstlichkeiten wie Gurkensalat, Sauerbraten, diversen Würsten und Senf. Ob es schmeckt? Keine Ahnung, wir haben den Zettel nur im Schaufenster des Restaurants Soco Grille gesehen.
Myrtle Beach State Park
Recht klein, dafür nur gute 4 km von Myrtle Beach Downtown entfernt, liegt der Myrtle Beach State Park am Meer und hat einen wunderschönen, weichen Strand. Da es nur eine begrenzte Anzahl an Parkplätzen gibt, muss man jedoch rechtzeitig vor Ort sein, um noch einen zu finden. Von der Seebrücke aus hat man einen großartigen Blick auf Myrtle Beach und kann mit Glück sogar Delfine, Fische und Quallen beobachten. Tatsächlich zeigten sich letztere ab und an, während wir Delfine gar nicht und Fische nur an den Angelhaken der zahlreichen Fischer sahen.

Für stundenlange Beobachtungen von der Brücke aus konnte ich die Kinder nicht wirklich begeistern und so ging es recht schnell runter zum Strand. Während die Kinder erstaunlicherweise im Wasser rumplanschten – immerhin hatten wir schon Anfang Oktober und das Wasser war recht kühl -, ließ ich mir die Sonne auf den Bauch scheinen und genoss die Ruhe. Herrlich!

Sehr viel mehr haben wir vom state park nicht gesehen, obwohl es auch dort kurze Wanderwege durch das kleine Wäldchen gab. Landschaftlich sah es aber nicht deutlich anders aus als im Huntington Beach State Park. Nur die Krokodile fehlten.
Fazit: Wer Buddelurlaub mit Kindern im weichen Sand möchte, sollte sich auf den Weg zu einem der state parks machen, da der Strand deutlich schöner ist als in Myrtle Beach. Der Nachteil ist, dass die state parks Eintritt kosten. Für Leute, die öfters in Parks in South Carolina unterwegs sind, lohnt sich dann die Jahreskarte für ~ $80.

Ein Kommentar zu “Georgetown & State Parks”