Da das letzte Wochenende dank Labor Day verlängert und es mit Geburtstag, Abschied nehmen und Räumaktionen gut gefüllt war, gibt es mal wieder ein Wochenende in Bildern…
Freitag
Wie vor einer Weile schon mal erwähnt, veranstalten unsere Jungs mit ihren Freunden jeden Freitag einen Pokerabend, wobei alle Familien abwechselnd Gastgeber sind. Da es für den Großen das letzte Mal für die nächste Zeit gewesen sein wird, luden wir die Rasselbande zu uns ein und verfrachteten sie auf unsere neue Terrasse. Bei Lauchsuppe und Mousse au chocolat konnte sich der Teenie-Pumastall draußen prima auslüften und die mit der Zeit immer zahlreicheren Verlierer konnten sich die Wartezeit mit Fußball, Trampolin und Dart spielen vertreiben. Ein rundum gelungener Abschluss für den Großen!
In der Zwischenzeit veranstalteten wir mit der Kleinen unseren eigenen Spieleabend und spielten bis zum Abwinken das aktuelle Lieblingsspiel der Kinder: Rummikub.

Samstag
Trotz Wochenende waren wir alle schon ausgesprochen früh munter, denn der Mittlere wurde 13 Jahre alt und wir haben nun ganz offiziell 2 Teenager im Haus (okay, der Zustand hielt nicht besonders lange an). Nach eifrigem Geschenke öffnen und dem sofortigen Zusammenbau seines neuen Gaming-Stuhls…

… ging es nach einem ersten Rummikubspiel ins Sushi Kingdom. Das Restaurant hatte uns unsere Kleine empfohlen, nachdem sie mit ihrer Freundin dort war und seitdem gehen wir dort immer mal wieder gerne hin. Auch wenn es dort kein running sushi gibt – eins der wenigen Dinge, die die Kinder aus Deutschland vermissen -, so gibt es dort wenigstens all you can eat sushi. Und nicht nur das, denn neben dem üblichen Sushi gibt es auch allerlei Suppen, Salate und vieles mehr.

Als Überraschung und weil es sich der Große zum Abschied gewünscht hatte, ging es im Anschluss ins Bowlingcenter. Dass wir alle schon ewig nicht mehr bowlen waren, machte sich schnell bei den Punkten bemerkbar, aber Spaß hatten wir allemal und die Jungs gewannen je ein Spiel – was will man mehr? Während der Mittlere Curveballwürfe übte, versetzte die Kleine uns regelmäßig in ungläubiges Staunen. Denn obwohl sie (ganz unelegant) mit zwei Händen die Kugel hin- und herschwenkte, nur um sie in hohem Bogen auf die Bahn fallen zu lassen, damit sie dann in schneckenhafter Geschwindigkeit Richtung Kegel schleichen konnte, warf sie mit dieser Technik erstaunlich oft 7-9 Kegel pro Wurf um. Selbst welche, die gar nicht hätten umfallen dürfen. Geschwindigkeit ist anscheinend doch nicht immer das Wichtigste. (Als mein Mann es spaßeshalber auch mal mit dieser Technik versuchte, versagte er allerdings kläglich.)

Wieder zuhause gab es auf den Wunsch des Mittleren noch bei Gewitter und Regen ein gemütliches, mehrstündiges Phase 10 Spiel auf der Terrasse. Das wird für lange Zeit unser letztes Spiel als komplette Familie gewesen sein…
Sonntag
Und dann war es auch schon Sonntag. Der Tag, an dem es bei uns zuhause stiller wurde. Der Tag, an dem ein neuer Lebensabschnitt für den Großen anfing. Und nicht nur für ihn, denn auch seine Geschwister müssen sich jetzt umgewöhnen und werden in neue Rollen hineinwachsen.
Nervös und aufgeregt wie der Große war, stand er schon am frühen Morgen geschniegelt und gestriegelt wie Falschgeld in der Küche und wusste nicht so richtig wohin mit sich. Nachdem die letzten Sachen in den Koffer wanderten, gab es noch ein paar Rummikubspiele – ich wurde genötigt, mein vor Jahren gegebenes Versprechen einzulösen und mit dem Großen FIFA zu spielen – …

… und dann war es auch schon so weit: Mit vier kleinen und großen Heuliberts im Auto fuhr mein Mann zum Flughafen, wo wir uns von ihm und dem Großen tränenreich verabschiedeten. Auf Wunsch der beiden Kleinen blieb ich noch so lange an der Sicherheitskontrolle stehen, bis wir den Großen nicht mehr sahen, was für mich ziemlich unerträglich war. Vielleicht stelle ich mich einfach nur an, aber das Wissen, dass ich eins meiner Kinder frühestens in 3,5 Monaten wiedersehe und dazu die Ungewissheit, ob alles mit der Wohnungssuche, dem Unistart usw. klappt, nimmt mich einfach mit. Wenn irgendwas ist, kann man eben doch nicht mal schnell hinfahren und unterstützen, sondern es ist alles mit einigem Aufwand und Kosten verbunden.

Rechts oben: Auszug mit 3 Koffern (und 3 Kisten, die gerade im Container eines Kollegen auf hoher See schaukeln)
Links unten: Die letzten Stunden klebten die Kleinen förmlich am Großen. Ein Glück, dass er zwei Hände und nur zwei Geschwister hat!
Rechts unten: Winken bis zum Abwinken
„Ich will nicht, dass der Große auszieht. Ich will, dass er hier bei mir bleibt. Blödes Studium!“ Während die Kleine im Sekundentakt recht lautstark jammernd ihren Unwillen über des Großen Auszugs kundtat, litt der Mittlere still vor sich hin und wischte sich nur alle naselang übers Gesicht. Wieder zuhause, war es ungewöhnlich still – mal abgesehen von ständigen Weinanfällen der Kleinen -, doch was hilft (mir) bei Kummer und Sorgen am besten? Ablenkung!
Die Ablenkung, die uns nicht nur physisch, sondern auch geistig in Schach hielt, lautete in unserem Fall: Umräumen. Mein Mann bekommt regelmäßig die Krise, weil das zu meinen liebsten Hobbys gehört, v.a. dann, wenn er nicht da ist. Doch dieses Mal war es nicht nur eine Ablenkungsmaßnahme, sondern tatsächlich notwendig, denn der Mittlere brauchte zu seinem neuen Gamingstuhl einen größeren und höheren Tisch. Den bekam er zwar vom Großen vermacht, aber da der nicht in sein Zimmer passte, musste der Mittlere in das ehemalige Zimmer des Großen ziehen.
Somit waren wir bis spätabends mit putzen, Möbel rücken und einräumen beschäftigt und trotzdem noch nicht ganz fertig.

Rechts: Nachher
Montag
Zum Glück war Montag Feiertag, sodass wir den Tag nach einer kurzen Joggingrunde noch zum weiteren Räumen nutzen konnten.
Nachdem die letzten Hausis und alle Instrumente bespielt wurden, starteten wir – irgendwie mussten wir uns ja weiterhin ablenken – eine kleine Besorgungstour. Die Kleine wollte zu Hobby Lobby – der größte Bastel- und Dekoladen, den ich je gesehen habe! -, der Mittlere wollte sogleich seinen Geburtstagsgutschein im Buchladen einlösen und ich wollte (haha, musste trifft es wohl eher) noch zum Supermarkt.
Tatsächlich waren wir überall erfolgreich. Bei Hobby Lobby fanden wir ein bisschen Deko für unsere Terrasse…

… und der Mittlere gönnte sich bei Barnes & Nobles gleich vier neue Bücher (und zählte mir auf der Rückfahrt auf, welche er noch alle braucht).

Den Abend ließen wir mit spannenden Dingen wie Mappe packen und Brotdosen vorbereiten ausklingen und sind nun gespannt, wie der neue Alltag wird. Erst zu dritt, in zwei Wochen wieder zu viert. Aber für sehr lange Zeit nicht mehr zu fünft.
Und was wird aus dem alten Zimmer des Mittleren? Tja, das wissen wir noch nicht genau. Vermutlich eine Kombi aus Gästezimmer und Büro, denn irgendwo muss der Große ja auch schlafen, wenn er uns zu Weihnachten besuchen kommt, nicht wahr?!
Ein Kommentar zu “Wochenende in Bildern #5”