Alltagsallerlei #6

Seit dem letzten Alltagsallerlei ist schon wieder einige Zeit vergangen – okay, auch zwischen den letzten Beiträgen ist sträflich viel Zeit verstrichen, aber ich habe wie immer eine gute Ausrede ähhh Erklärung -, also gibt es hier mal wieder ein kleines Update wie es uns so ergangen ist.

Das Wichtigste vorneweg: Dem Großen geht es gut! Mein Mann und er hatten letztes Jahr nach langem Suchen mit Ach und Krach eine 2-Zimmer-Wohnung in Heidelberg gefunden. Der dortige Wohnungsmarkt ist unheimlich angespannt und trotz mind. 80 Bewerbungen hatten sie zum Schluss nur eine Handvoll Besichtigungstermine ergattern können. An 1-Zimmer-Appartments war kaum ranzukommen und lediglich ein glücklicher Zufall ließ ihn seine jetzige Wohnung finden. Inzwischen besteht sein Kochrepertoire nicht mehr nur aus Grießbrei und Milchreis, die ersten Prüfungen wurden geschrieben – und dabei festgestellt, dass in Deutschland nicht so viel mit Multiple Choice Fragen gearbeitet wird wie in den USA – und die ersten Freundschaften geschlossen. Läuft also.

Bei uns in den USA lief es dafür nicht ganz so, denn den größten Teil der letzten 6 Monate waren wir mit der Gehirnerschütterung der Kleinen beschäftigt. Sie war im November letzten Jahres in der Schule von ein paar umherrennenden Jungs geschubst worden und schlug ziemlich unglücklich mit dem Kopf gegen einen Spind. Die Wochen bis Weihnachten verbrachte sie quasi mit Dauerkopfschmerzen zuhause und mein Mann und ich abwechselnd im Homeoffice. Ab Anfang des Jahres ging es dann mit stetig steigender Stundenanzahl wieder zur Schule. Jetzt, nach knapp 4 Monaten, sind wir endlich wieder bei ganztags angekommen, auch wenn sie immer noch mindestens einmal täglich mit Kopfschmerzen bei der schuleigenen Krankenschwester ist und sich für 30 min hinlegen muss. Zum Glück reagierte die Schule und auch die meisten Lehrer sehr verständnisvoll, gibt mehr Zeit für Hausaufgaben und Tests und von einigen Fächern wie Sport und Musik ist sie gänzlich befreit. Nach wie vor ist die Kleine ziemlich geräuschempfindlich und reagiert darauf sowie auf körperliche / mentale Anstrengung mit Kopfschmerzen.

Wir sind nun seit einigen Wochen bei der Ergotherapie und sehen tatsächlich langsam Fortschritte was die Kopfschmerzen anbelangt. Ich bin guter Hoffnung, dass sie nach den Sommerferien wieder ohne Einschränkung zur Schule und auch ihren Hobbys nachgehen kann. Denn auch diese mussten natürlich gestrichen werden und so wurde zu ihrer großen Enttäuschung aus viermal pro Woche Ballettunterricht genau 0 mal. Immerhin kann sie seit einigen Wochen wieder am Klavier sitzen, wenn sie es leise stellt, und auch Cello spielen funktioniert mit zweifachem Kopfhörerschutz wieder. Es geht also voran.

Balanceübungen, Sport und mentale Aufgaben stehen bei der Ergotherapie an der Tagesordnung.
Unten rechts: Bei aller Geschwisterliebe konnte der Mittlere nicht widerstehen und musste der Kleinen zeigen wie einfach ihre Übungen eigentlich sind…

Zur Weihnachtszeit sahen wir nach 3,5 langen Monaten endlich den Großen wieder. Die Geschwister hatten sich viel zu erzählen und wir verbrachten ein idyllisches, ruhiges Weihnachten zu fünft miteinander, unterbrochen nur durch ein paar gelegentliche Freundesbesuche.

Oben links: Endlich wieder vereint!
Impressionen von unserer Weihnachtsterrasse (unten links), der Bescherung (Mitte) und Greenville Downtown (rechts).
Auch das Wetter verwöhnte uns mit angenehmen Temperaturen.

Anfang des Jahres gaben mein Mann und ich uns dann die Klinke in die Hand. Neben den üblichen Dienstreisen nach Asien, Deutschland und Mexiko auf Seiten meines Mannes setzte auch ich mich ins Flugzeug, um den 17.Geburtstag mit unserem Großen in Heidelberg zu feiern. Da ich das gleich noch mit einem Besuch bei meiner Mama in Malta kombinierte, die ebenfalls Geburtstag hatte, wurde es eine etwas längere Reise von zwei Wochen. Zum Glück (oder Pech?) konnte ich in der Zeit Homeoffice machen, was mir zwar einerseits ersparte unbezahlten Urlaub zu nehmen, aber die Reise anstrengender als geplant werden ließ. Das Konzept der Zeitverschiebung hatten leider nicht alle meine Kollegen verstanden… Immerhin sah ich bei der Gelegenheit sowohl meinen Papa als auch all meine Geschwister wieder und lernte endlich die supernette Freundin meines jüngsten Bruders persönlich kennen. Die allerschönste Überraschung bereitete mir jedoch meine Schwester mit der Nachricht, dass sie diesen Sommer ihr zweites Kind erwartet!

Impressionen aus Malta und Heidelberg

Nun liegen noch 4 Wochen Schule vor uns bevor die lang ersehnten Sommerferien beginnen. Nachdem die letzten Wochen mit Tennistraining und -turnieren, verstauchten Knöcheln, Musicalvorbereitungen, den üblichen Arztterminen usw. gefüllt waren und die kommenden Wochen mit diversen Konzertauftritten, weiteren Arztterminen und Jahresabschlussexamen nicht minder voll sein werden, bin ich auch einfach nur froh, wenn es endlich so weit ist.

Damit es bis dahin nicht langweilig wird, hab ich mir ganz aktuell irgendwie Gürtelrose eingefangen. Eine ziemlich schmerzhafte Angelegenheit, die echt kein Mensch braucht. Da es in meinem super amerikanischen Arbeitsvertrag keine Krankentage gibt, hab ich mich die letzte Woche mit Homeoffice durch die Meetings gequält. Immer mal wieder das Mikro ausschaltend, damit ich mal kurz jammern kann. Für nächste Woche war ich mit mir am hadern, ob ich unbezahlten Urlaub einreichen sollte, um mich auszukurieren. Schlussendlich werde ich das aber wohl doch nicht tun. Als Deutscher echt schwer vorstellbar, dass man bei Krankheit eigentlich nur die Wahl hat, krank zur Arbeit zu gehen oder sich Urlaub zu nehmen. Da soll man noch mal sagen in den USA ist alles super…

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