Bye bye Mexiko

Nun ist es soweit: Morgen verlassen wir San Luis Potosí und machen uns auf den Weg nach Greenville, USA. In den letzten Wochen und Tagen nahmen wir Abschied von liebgewonnenen Freunden und Orten, Kollegen und Angewohnheiten, unserem Haus und den Katzen. Der Abschied fiel uns schwer, doch die Freude und Neugier auf die kommende, aufregende Zeit erleichterte ihn uns ein wenig und so blicken wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge in die Zukunft.

Vor 3 Tagen fuhr der LKW mit all unseren Habseligkeiten ab und trotz zwischenzeitlicher Bedenken, dass die Möbelpacker vielleicht doch etwas zu großzügig eingepackt hatten und nicht alles in den LKW passen würde, war dieser schlussendlich sogar noch zu 1/8 leer. Aus diesem Grund wurde ein passgenaues hölzernes Gitter als Ladungssicherung gezimmert, welches am Ende vor alle Packstücke geklemmt wurde. Damit es während der langen Fahrt nicht verrutscht, wurden zusätzlich schräge Latten angebracht und mit Nägeln am LKW-Fußboden befestigt. Letzteres hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht, denn wenn dies bei jedem Umzug gemacht wird, wird der Fußboden über die Zeit ja doch ganz schön beschädigt.

Oben links: Mit dem kleinen Transporter wurden alle Kisten zum LKW gefahren.
Oben rechts: Typisch mexikanisch wurde mangels einer Leiter eine sehr pragmatische Lösung gefunden.

Noch eine kleine Anekdote zu der etwas anderen Sorte von Mexikanern: Während die meisten Mexikaner wirklich sehr freundlich und offen sind, gibt es natürlich auch hier diejenigen, die eher hochnäsig, kühl und / oder herablassend reagieren. Da unser LKW aus Platzgründen nicht direkt vor unserem Haus parken konnte, fragte mein Mann zwei unserer Nachbarn, ob dieser für einen Tag vor ihren Einfahrten parken könne. Beziehungsweise wollte er sie fragen, denn persönlich bekam er sie nicht zu Gesicht.

Bei Nachbar Nummer 1 wurde er sogleich von dessen Bodyguard abgewimmelt, dass mein Mann nicht mit seinem „patron“ sprechen könne (nachdem ich die El Chapo-Serie bei Netflix gesehen habe, muss ich bei dem Wort immer an Mexikos Drogenbarone denken. Keine Ahnung, ob unser Nachbar auch dazu gehört), er ihm seine Frage aber ausrichten werde.

Nachbarin Nummer 2 sah er immerhin durch die Fensterscheibe, aber da sie keine Lust hatte die 7 m bis zur Haustür zu kommen, ließ sie ihre Putzfrau zur Klärung des Sachverhalts und der Fragen und Antworten gute 10 min als Überbringerin der Nachrichten zwischen ihr und meinem Mann hin- und herlaufen. Obwohl sie letztendlich sogar einwilligte, dass der LKW dort parken und sie ihre Autos am nächsten Morgen woanders unterbringen würde, musste mein Mann am nächsten Tag nochmals 15 min betteln, ob sie doch bitte ihre Autos dort weg bewegen könne. Die Putzfrau ließ ihm jedoch ausrichten, dass die Señorita gerade am Frühstücken und somit verhindert sei. Zu guter Letzt bekam mein Mann wie ein Chauffeur die Autoschlüssel in die Hand gedrückt, um die Autos umzuparken und wurde dabei von der Señorita – die dafür offensichtlich doch ihr Frühstück unterbrechen konnte – auf den Zentimeter genau angewiesen, wo er die Autos zu parken hätte. Zum Glück sind solche Verhaltensweisen aber wirklich eher die Ausnahme in Mexiko 🙂

Doch zurück zu morgen: Bepackt mit zahlreichen Taschen – immerhin musste dort alles hinein, was wir in den nächsten 5-6 Wochen brauchen werden – und unseren Hunden Luna und Laila werden wir uns per Auto auf den Weg nach Greenville machen. Aus Sicherheitsgründen dürfen wir nicht alleine zur mexikanisch-amerikanischen Grenze fahren / sie überqueren, sodass wir anfangs einen Leibwächter bei uns haben werden. Nach all unseren Rundreisen durch Mexiko finde ich das zwar ziemlich übertrieben, aber was soll’s. Ab San Antonio dürfen wir alleine weiterfahren und werden somit unsere erste kleine Rundreise durch die USA machen. Insgesamt stehen uns knapp 3000 km Autofahrt in 8 Tagen bevor, doch über die Aussicht, den endgültigen Abschied von Mexiko noch ein wenig hinauszuzögern, freue ich mich sehr, denn immerhin wird dies unsere letzte Reise durch Mexiko sein…

Route San Luis Potosí – Greenville, Fahrtzeit ca. 29 h

Apropos Abschied: Trotz der Pandemie konnten wir zwei kleine Abschiedsfeiern machen. Zwar in abgespeckter Form und mit weniger Leuten als ursprünglich geplant, aber immerhin. Von seinen Kollegen bekam mein Mann eine mit bunten Perlen in typischer Huichol-Kunst verzierte Mezcalflasche geschenkt, die in ihrer leuchtenden Farbpracht einfach nur toll aussieht.

Mezcalflasche mit Huichol-Kunst

So, das war’s erstmal. Die nächsten Fotos und Berichte gibt es dann aus unserer neuen Heimat, doch das wird ein Weilchen dauern, da mein Laptop heute den Geist aufgegeben hat 😦

Bis bald!

Ein Kommentar zu “Bye bye Mexiko

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: